Entzündung
der Stirnhöhle
Akute
und chronische Entzündung
(Zu weiteren Schmerzthemen gelangen Sie am Ende
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Es mag zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, daß sich eine Schmerzklinik mit dem Thema "Entzündung der Stirnhöhle", insbesondere auch mit der akute n Form beschäftigt. Weiter unten wird jedoch beschrieben, daß gerade die moderne Schmerztherapie auch bei einer Entzündung der Stirnhöhle (Sinusi tis f rontalis) über überlegene und sehr effektive Behandlungsmethoden verfügt.
Die Stirnhöhle (S inus fron talis) ist eine dreieckige, paarig angelegte Nasennebenhöhle, getrennt durch ein sog. Septum (= Scheidewand) und schließt vorn und oben an die Siebbeinzellen an. Sie steht über dem mittleren Nasengang mit dem Nasen- Rachen raum in direkter Verbindung und ist deshalb i.d.R. gut belüftet. Ausgekleidet ist sie mit einer Schleimhaut. Damit die Stirnhöhle (gilt auch für die anderen Nasennebenhöhlen) ständig gereinigt wird, produzieren die Schleimhäute ein Sekret, das in den Nasen-Rachenraum abfließen kann. Verstopfen nun diese Abflußwege, staut sich das Sekret auf und wird damit zu einem idealen Nährboden für Bakterien. Die Schleimhaut entzündet sich und es kommt so zu einer Entzündung der Stirnhöhle bis hin zu einer Vereiterung. Die Entstehung einer Abflußbehinderung und damit einer Entzündung der Stirnhöhle wird begünstigt durch:
· Erkältung mit Schleimhautschwellung
· allergisch bedingte Schleimhautschwellung
· Hyperplasie (= Größenzunahme eines Organs, Gewebes durch Vermehrung der spezifischer Zellen),
· Septumdeviation (= erbliche angeborene oder aber erworbene Verbiegung der Nasenscheidewand),
· Nasenpolypen (= meist im mittleren oder oberen Nasengang gestielt oder breit aufsitzendes, gutartiges, meist rundlich-kugeliges Geschwulst).
Symptome (= Krankheitszeichen) einer Entzündung der Stirnhöhle:
· Stirnschmerzen, hpts. über der betroffenen Seite, nicht selten pochend, die sich beim Bücken und festem Auftreten sowie Nießen verstärken
· Zusätzlich Klopfschmerz über der Stirn
· Schnupfen, der auch eitrig sein kann
· Manchmal umschriebenes Weichteilödem (= Schwellung infolge krankhafter Flüssigkeitsansammlung), hpts. oberhalb und neben der Nasenwurzel und/oder über dem Auge
In schweren Fällen, oft bei Pansinusi tis (= En tzündung mehrerer Nebenhöhle n), kann es auch zu heftigen, diffusen Kopfschmerzen kommen. Bei hinterkopf betonten Schmerzen muß dabei immer an eine Sinusi tis sphenoidal is (Keilbeinhöhlenentzündung) gedacht werden.
Mögliche Komplikationen bei einer Entzündung der Stirnhöhle: Die En tzündung kann in angrenzende Knochen, Richtung Auge, Gehirnhaut (Gefahr einer Meningitis) oder Gehirn (Gefahr einer Encephalitis) durchbrechen, was dann zu einem lebensbedrohlichen Notfall führt.
Diagnostik bei Entzündung der Stirnhöhle:
· Rhinoskopie (= Nasenhöhlenspiegelung)
· Röntgenaufnahme, evtl. auch Computertomographie, insbes. bei Verdacht auf eine Pansinusi tis (= En tzündung aller Nasenneben höhlen, also auch der Stirnhöhle)
· Labor (Entzündungsparameter, evtl. Keimbestimmung im Vorfeld einer antibiotischen Therapie)
· evtl. Allergietest bei entsprechendem Verdacht
(Übliche) Behandlung einer Entzündung der Stirnhöhle:
· Schleimhautabschwellende Medikamente
· Nasenspülungen und Inhalationen mit Salzwasser
· Schmerzmittel, die zugleich auch antientzündlich wirken
· Bei einer gesicherten Vereiterung der Stirnhöhle auch Antibiotika
Schmerztherapeutische Behandlung einer Entzündung der Stirnhöhle:
Sehr effektiv und prompt wirksam ist die
therapeutische
Lokalanästhesie
(= Behandlung mit
einem örtlichen
Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika).
Dabei wird der Nervus supraorbitalis (evtl. auch supratrochlearis)
an seinem Austrittspunkt mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel
(z.B. Bupivacain) blockiert. Verwendet wird dazu eine ganz feine Kanüle, so daß
der Patient den Einstich kaum spürt. Innerhalb kurzer Zeit (1-2 Minuten) klingen
die Schmerzen i.d.R. völlig ab. Darüber hinaus kommt es zumindest für die
Wirkzeit des gespritzten Medikaments (bei Bupivacain ca. 4-6 Stunden und länger)
zu einer erheblich besseren Durchblutung der betroffenen Stirnhöhle. Diese
Optimierung der Durchblutung wirkt einer entzündlichen Ursache kausal
(= ursächlich)
entgegen. Diese Behandlung ist (abgesehen von einer möglichen, aber sehr
seltenen Allergie) in der verwendeten Dosierung (1-2 ml Bupivacain 0,5%) als
völlig unbedenklich einzustufen.
Es ist immer wieder verblüffend, wie gut
diese Methode auch im akuten Stadium hilft. Oft reicht nur eine Injektion
aus, um den Patient von seinen Beschwerden nachhaltig zu befreien.
Chronische Entzündung der Stirnhöhle:
Manchmal geht eine Entzündung der Stirnhöhle trotz (herkömmlicher) fachspezifischer Therapiemaßnahmen in ein chronisches Stadium über, nicht selten im Rahmen von Allergien. Zu einer Chronifizierung neigen Sinusitiden auch, wenn anatomische Normabweichungen oder Vorerkrankungen bestehen, so z.B. bei bereits oben erwähnter Septumdeviation (= erbliche angeborene oder aber erworbene Verbiegung der Nasenscheidewand), Hyperplasie (= Größenzunahme eines Organs, Gewebes durch Vermehrung der spezifischer Zellen) oder Nasenpolypen (= meist im mittleren oder oberen Nasengang gestielt oder breit aufsitzendes, gutartiges, meist rundlich-kugeliges Geschwulst). In den letztgenannten Fällen kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.
Sehr hilfreich ist
aber auch die beschriebene
therapeutische Lokalanästhesie
im Rahmen einer
Schmerztherapie.
Zur Behandlung einer chronische
n
Entzündung der Stirnhöhle
reichen allerdings einzelne Blockaden wie beschrieben nicht aus, sondern diese
Therapie muß dann konsequent seriell in kurzen Abständen durchgeführt werden.
Optimal ist eine 2-3 mal tägliche Behandlung (auch an Wochenenden) über einen
längeren Zeitraum, was i.d.R. aber nur im Rahmen eines stationären Aufenthalts
möglich ist. Bei einer chronische
n
Entzündung der Stirnhöhle
kann auch eine
kontinuierliche Blockade durchgeführt werden, bei der ein dünner
Kunststoffschlauch (Katheter) eingepflanzt wird, über den dann mehrmals täglich
das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
völlig schmerzfrei eingespritzt werden kann.
Zusätzlich sind wiederholte Blockaden des
(gleichseitigen)
Ganglion cervicale superius
(= eine vegetative
Schaltstelle im Rachenbereich) zu
empfehlen.
Daß Lokalanästhetika auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Es gibt noch andere Krankheiten, bei denen ebenfalls Schmerzen im Stirnbereich auftreten können:
· Migräne
· Herpes zoster im Kopfbereich
· Der Vollständigkeit halber müssen in dieser Datei auch der anfallsartige "Stirnkopfschmerz" im Rahmen einer Trigeminus-Neuralgie (1.Ast) erwähnt werden.
Wenn Sie die Datei ausdrucken wollen, so markieren Sie den Text nur bis hierher und drucken dann nur den markierten Teil, ansonsten verbrauchen Sie nur unnötig Papier für das nachstehende Verzeichnis weiterer Themen.
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Aktualisiert: >29.04.2007</>
kusB
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