Schmerzen in den Fersen
 
Chronische Schmerzen in den Hacken

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Unter dem Begriff Fer se oder Hacken versteht man den vom Fersenbein geformten hinteren Fußteil.

Schmerzen in den Fersen (Hacken) können verschiedene Ursachen haben.

Schmerzen in den Fersen hervorgerufen durch einen Fersen spor n:
Als hinterer Fersensporn wird ein dornartiger Knochen
auswuchs (Exostose) am bzw. vor dem Achillessehne nansatz bezeichnet; für den oberen Fersenspor n verwendet man den Begriff "Haglund Fe rse". Beim unteren Fersenspor n (auch plantarer (= die Fu ßsohle betreffend) Fersenspor n genannt) befindet sich die Exostose an der Unterseite des Tuber calcanei (= Fersenbeinhöcker). Dann gibt es noch den "Aponeurosensporn" (= Sporn an einer Sehnenplatte) am Ursprung der kleinen Fuß muskeln und weiter vorne den "Ligamen tsporn" (= Sporn an einem Gewebsband) als Überlastungsschaden infolge Senkung des Fußgewölbes. Auch diese Sporne können Schmerzen in den Fersen verursachen.

Weitere möglichen Ursachen für Schmerzen in den Fersen (Hacken)
Entzündlich beim Reiter Syndrom
(= reaktive entzündliche Systemerkrankung vorwiegend bei jüngeren Männern) und bei Peiostitis calca nei (= Knochenhautentzündung am Fersenbein).
Auch eine
Achillobursitis (= Schleimbeutelentzündung zwischen Fersenbein und Achilless ehne) führt zu Schmerzen in den Fersen (Hacken).
Degenerativ
(= Abnutzung, Funktionsminderung betreffend) besonders bei Spondylosis hyperostotica (= durch Stoffwechselstörungen auftretende Knochenneubildungen an der Wirbelsäule).
Auch eine degenerative Veränderung der Ach
illessehne kann zu Schmerzen in den Fersen (Achillodynie) führen.
Verletzungen (z.B. Fraktur
(= Bruch) des Fersenbeins).

Schmerzen in den Fersen (Hacken) sind häufig ein Frühsymptom (= frühes Krankheitszeichen) des Morbus Bechterew.
Die Bechterew Krankheit, auch als
Spondylitis ankylopoetica bezeichnet, tritt hauptsächlich bei Männern im jugendlichen und mittleren Alter auf. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch eine schleichende, ankylosierende (= versteifende) Kyphosebildung (= Krümmung der Wir belsäule), die zu der typischen, vornüber gebeugten Haltung führt. Betroffen ist die Wirbelsäule unter Beteiligung der Iliosakralgelen ke (= Pseudo gelenk zwischen Kreuzbein und Darm bein schaufeln). Bei Mitbeteiligung auch der großen Gliedmaßen gelenke spricht man von der Bechterew-Marie-Strümpell Krankheit.

Bei der Coalitio calcaneonaviculare liegt eine angeborene Verschmelzung des Kahnbeins (Os naviculare) mit dem vorderen Fortsatz des Fersenbeins vor.
Bei der
Coalitio talonaviculare betrifft die Verschmelzung den vorderen Fortsatz des Fersenbeins und das Sprungbein (Talus). 
Beide Synostosen
(= knöcherne Verwachsung benachbarter Kn ochen) gehen häufig mit Schmerzen in den Fersen (Hacken) einher.

Selten kann ein Ca lcaneus bi fidus zu Schmerzen in den Fersen führen. Dabei besteht infolge ausgebliebener Verschmelzung (Fusion) seiner beiden Ossifikationskerne (= Knochenbildungskerne) ein zweigeteiltes Fersenbein.

Therapie bei Schmerzen in den Fersen (chronischer):

Bei manchen Patienten mit Schmerzen in den Fersen (Hacken) hilft eine einfache Wärmebehandlung, z.B. mit der Infrarotlampe. Auch kann man eventuelle Druckstellen im Schuh mit einer entsprechenden Einlage hohllegen.
Neuerdings wird bei Fersenspor
n auch die sog. extrakorporale Stoßwellenbehandlung  propagiert. Bei dieser Methode werden hochenergetische Druckimpulse unter Wasser eingesetzt. Bewährt hat sich die Methode bisher zur Zertrümmerung von Nieren - und Gallensteine.
Eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann auch bei Schmerzen in den Fersen (Hacken) hilfreich sein, gleiches gilt für die
Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie).
Manchmal ist eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringen eines Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen. 

Patienten mit einem Schmerzen in den Fersen (Hacken) kommen meist dann erst zum Schmerztherapeuten, wenn selbst ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B.Abtragung der Exostose (= Knochenauswuchs)) keine Schmerzlinderung brachte.
Mit der therapeutischen
Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) können ein Schmerzen in den Fersen oft erfolgreich behandelt werden. Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) (auch mit Kortikoidzusatz) ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.

Besser sind wiederholte Blockaden des Ischias, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird ein dünner Kunststoffschlauch von der Oberschenkel rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative
(= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen.

   

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